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Brief von Naturschutzbund NÖ an Dr. Pernkopf

Keine  Windkraftanlagen im Ernstbrunner Wald!

      NB-NOE – Brief als PDF

Sehr geehrter Herr Landesrat,

wir haben über den geplanten Bau eines Windparks im Ernstbrunner Wald im Gemeindegebiet
von Göllersdorf erfahren. Es handelt sich um einen weiteren Versuch, in diesem Gebiet Wind-
kraftanlagen zu errichten. Das vor geraumer Zeit geplante Projekt ist unter anderem wegen
Bedenken seitens des Naturschutzes nicht realisiert worden. Es ist daher unverständlich, dass
nun wieder und mit großem Aufwand (siehe http://www.windpark-goellersdorf.at) für einen
Windpark im Gebiet geworben wird.  
Wir treten vehement gegen diese Projekt auf, da sich am Sachverhalt aus Sicht des Naturschut-
zes wenig geändert hat. Unabhängig von der durchzuführenden Prüfung auf Naturverträglich-
keit und ihrer Ergebnisse im Hinblick auf eine mögliche Gefährdung von Großvögeln bzw. der
Fledermausfauna, halten wir es für verfehlt alternative Energiegewinnung auf Kosten wertvoller Naturräume, wie hier dem Ernstbrunner Wald,  auszubauen.

Der Ernstbrunner Wald befindet sich inmitten der waldarmen Landschaft des Weinviertels. Mit
seiner Größe, reichen Ausstattung an Althölzern und strukturreichen Waldbeständen (vor allem
Mittelwälder) ist er ein wertvolles Refugium für eine Vielzahl – auch gefährdeter – Tiere und
Pflanzen und ein wichtiges Erholungsgebiet. Insbesondere eine Neuansiedlung des Kaiseradlers
oder ein wahrscheinliches Brutvorkommen von Wespenbussard, Uhu und Schwarzstorch lassen
den besonderen Naturschutzwert erkennen. Selbst eine nur potentielle Gefährdung dieser auch
EU-rechtlich geschützten Arten kann nicht das Ziel einer alternativen Energiegewinnung sein.

Wir bekennen uns zum Ausbau von Windkraftanlagen. Er muss jedoch auf einer nachvollziehbaren Standortplanung erfolgen, die von lokalen Interessen möglichst unabhängig ist und primär naturschutzfachlichen sowie raumplanerischen Argumenten folgt und damit auch überregionale Betrachtungsebene mit einschließt. Ein Standort für eine Windkraftanlage im
Ernstbrunner Wald entspricht diesen Kriterien nicht. Darüber hinaus wissen wir derzeit noch sehr
wenig über die Auswirkung von Wald-Windkraftanlagen auf die Fauna. Es ist daher unverständ-
lich, dass vor der landesweiten Erschließung geeigneterer Standorte, sensible Naturräume be-
lasten werden. Leider hat es das Land Niederösterreich bisher verabsäumt eine entsprechende
großräumige Zonierung für die Einrichtung von Windkraftanlagen in Auftrag zu geben, ge-
schweige denn umzusetzen. Eine derartige Studie wurde aus vogelkundlicher Sicht im Burgen-
land durchgeführt und hat bislang selbst in naturschutzfachlich sensiblen Bereichen einen kon-
struktiven Dialog zwischen Windkraft und Naturschutz ermöglicht und erhöhte Planungssicher-
heit für die Windkraftbetreiber generiert. Angesichts des aktuellen Fehlens einer derartigen Stu-
die in Niederösterreich sehen wir es als Notwendigkeit, gegen einen fragwürdigen Windpark
wie den im Ernstbrunner Wald, entschieden aufzutreten.

Sehr geehrter Herr Landesrat, wir ersuchen dringend, den strategischen wie planerischen Umgang mit der Errichtung von Windkraftanlagen in Niederösterreich zu überdenken und den raumplanerischen und naturschutzfachlichen Argumenten zu unterwerfen und im konkreten Fall der Planung eines Windparks im Ernstbrunner Wald daher entgegen zutreten.

Mit freundlichen Grüßen

Mag. Margit Gross
Geschäftsführerin

Hans-Martin Berg
Vorsitzender Stv.

Ergeht zur Kenntnis an:
– Abteilungsleiter wH Mag. Martin Tschulik
– NÖ Umweltanwaltschaft
– Marktgemeinde Göllersdort
– Verein „waldschutz.at“

 

 

NATURSCHUTZBUND  NÖ
Mariannengasse 32/2/16, 1090 Wien
Tel./Fax: (01) 402 93 94
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