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Mit der Eiche dem Klimawandel trotzen!

Das Ökosystem Wald bietet eine enorme Artenvielfalt – von den rund zwei Millionen Arten, die wir weltweit kennen, sind rund zwei Drittel alleine im Wald zu finden.

Mit der Eiche dem Klimawandel trotzen – Projekt in Wels sucht die besten Sorten für heimische Wälder! “Wald ist heiß…”! lautet das Motto der Woche des Waldes 2012. Versuche mit Eichen sollen den Wald auf den Klimawandel vorbereiten. “Die Forstwirtschaft reagiert jetzt auf den Klimawandel. Der Wald wirkt als Klimaregulator und ist ein bedeutender Wirtschafts-, Lebens- und Erholungsraum. Wir müssen alles daran setzen, dass er auch in Zukunft erhalten bleibt”, betont Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.

Noch ist die Fichte die am weitesten verbreitete Baumart in den oberösterreichischen Wäldern. Sie ist es aber auch, die am stärksten von Stürmen, Borkenkäfern und dem Klimawandel bedroht ist. Das Land Oberösterreich und das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) testen daher in einem 1,5 Hektar großen Vergleichsanbau in Wels den Wuchs von Eichen von verschiedenen Herkünften. Ziel ist es, die für unsere Breiten am besten geeignete Eiche zu finden.

„Der Wald spielt für uns eine bedeutende Rolle und ist Wirtschafts-, Lebens- und Erholungsraum zugleich. Er schafft Einkommen, garantiert sauberes Trinkwasser, wirkt als Klimaregulator und schützt zudem vor Naturkatastrophen! Die ‚Woche des Waldes‘ soll österreichweit auf diese große Bedeutung hinweisen“, betont Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger. Rund 47,6 % der Landesfläche sind mit Wald bedeckt, dies entspricht einer Fläche von 3,99 Millionen ha. Mit seiner Waldausstattung liegt Österreich im internationalen Vergleich im Spitzenfeld und ist eines der dichtest bewaldeten Länder Mitteleuropas.
„Der Klimawandel wird dazu führen, dass es manchen Baumarten in unserem Land einfach zu heiß wird. Daher wird die Bedeutung unserer heimischen Eichen, der Stiel- und Traubeneiche, stark zunehmen“, so Hiegelsberger weiter. Wirtschaftlich stellt die Eiche eine interessante Alternative zur Fichte dar. Entgegen der herrschenden Meinung können Eichen durchaus schnell wachsen. Auf günstigen Standorten werden in 100 Jahren bis zu 40 m Höhe erreicht und bei entsprechender Krone sind Durchmesser von 80 cm BHD und mehr möglich.

Für die Qualität ist neben der richtigen Pflege vor allem aber die genetische Qualität des Saatgutes entscheidend. „Das Wissen über und die Verfügbarkeit von geeigneten Herkünften ist besonders wichtig, denn mit der Pflanzung wird der Erfolg (oder Misserfolg) für die nächsten 100 Jahre festgelegt. Das Land OÖ und das BFW haben daher 2007 mit einem großen Eichenversuch begonnen, der rund 25 Herkünfte miteinander vergleicht“, erklärt der Agrar-Landesrat. Neben den besten Saatgutbeständen aus Österreich, wovon vier in Oberösterreich liegen, wurden auch besonders gute Herkünfte aus Deutschland, Tschechien, Ungarn, Slowenien und Kroatien in den Versuch einbezogen. Obwohl die Bäumchen erst fünf Jahre alt sind, weisen die Herkünfte bereits beträchtliche Unterschiede auf.

Bei der Informationsveranstaltung in Wels wurden heute (14 Juni 2012) alle Ergebnisse des Versuches und die beeindruckende Wuchsleistung der richtigen Sorten präsentiert. Überraschend ist dabei, dass einheimische Herkünfte die Bestnoten erringen, galten doch bisher Traubeneichen aus dem Spessart und Stieleichen aus Slavonien als die weltweit schönsten Eichen. Die vorliegenden Messungen an über 33.000 jungen Eichen in ganz Österreich zeigen nun aber, dass diese mit den Umweltbedingungen in Österreich teilweise weniger gut zurechtkommen, während lokale Herkünfte besser angepasst sind.
Die besten Ergebnisse brachten die Herkünfte aus Geinberg und Linz.

Die „Woche des Waldes“ weist österreichweit auf die Bedeutung des Waldes hin. Dazu ein paar Eckdaten:

 Das Ökosystem Wald bietet eine enorme Artenvielfalt – von den rund zwei Millionen Arten, die wir weltweit kennen, sind rund zwei Drittel alleine im Wald zu finden.
 An warmen Sommertagen werden in einem durchschnittlichen Baumbestand pro Hektar 20.000 bis 60.000 Liter Wasser verdunstet – der Wald wirkt damit ausgleichend auf das Kleinklima.
 Der Waldboden wirkt wie ein Schwamm und kann bis zu sechsmal mehr Wasser speichern als eine Freifläche, wie etwa eine Almwiese.
 Eine Fichte mit einer Holzmasse von einem Festmeter kann im Laufe ihres Lebens der Atmosphäre ca. 750 kg Kohlendioxid entnehmen. Dies wird in ihren Wachstumskreislauf integriert und in ihrem Holz gespeichert.

quelle: http://www.ooe.bauernbund.at/24873/?MP=61-14582

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