PA: Weinviertel oder Windradviertel?
Wolkersdorf, 06.07.2012. Wenn man sich die Veränderungen in unserer Gegend in den letzten Jahren ansieht, könnte man glauben man sei im „Windradviertel“ und nicht mehr im Weinviertel.
Am 06.07.2012 wurde der Spatenstich für den größten Windpark Niederösterreichs gesetzt. Er entsteht in Neusiedl an der Zaya. Eine Gegend die bereits sehr viele Windräder hat.
Kritik an alternativen Energieträgern ist gar nicht so ungefährlich.
Frei nach dem Motto: „Wer nicht für ihn ist, kriegt eine drüber.” Es wird immer mit Umweltschutz argumentiert.
Windenergieanlagen haben zweifelsohne einen großen Einfluss auf das Landschaftsbild. Die Auswirkungen entziehen sich allerdings einer einfachen objektiven Beurteilung. Ohne Rücksicht auf bestehende Strukturen, Sichtbeziehungen und Landschaftsverbrauch wurden vielerorts im Weinviertel Anlagen installiert. In diesem Punkt ist die Windenergie kompromisslos. Einige wenige Orte haben sich gegen Windräder ausgesprochen um Ansätze des sanften Tourismus nicht im Keim zu zerstören. Denken wir nur an die Landesausstellung 2013 im Weinviertel: Wollen wir den Gästen die Sicht auf die einst schöne Landschaften des Weinviertels mit hunderten Windrädern verstellen?
Diese Windparks sind für viele heute ein abschreckendes Beispiel baulicher Willkür und „Verschandelung“ der Landschaft. 150 Meter hohe Windräder prägen unsere Gegend mehr als all die Lagerhäuser der Vergangenheit. Aber vielleicht können wir als Windradviertel in Zukunft auch neugierige Touristen anziehen?
Die Gegend um Laa/Thaya im nördlichen Weinviertel hat hier bereits 2007 ein Zeichen gesetzt, indem mehrere Gemeinden beschlossen haben, eine windkraftfreie Zone in ihrer Region zu erhalten und dafür verstärkt auf andere alternative Quellen zu setzen. Wenn man sich die Gegend um Laa/Thaya ansieht, kann man dies schon in Ansätzen gut erkennen. Man setzt hier mehr auf den Tourismus, der Einnahmequellen für eine breitere Bevölkerungsschicht verspricht. Der freie Blick in die sanften Hügel will man der eigenen Bevölkerung, aber auch den Touristen erhalten. In vielen Gemeinden hat man mit viel Arbeit und Geld Ortsbilder, Straßen und Kellergassen in Schuss gebracht. All diese Maßnahmen für eine schöne und attraktive Gegend sind umsonst, wenn daneben eine Windkraftanlage die Touristen verschreckt. Nicht genug, dass wir mit der Nordautobahn schon einen nachhaltigen und unwiderruflichen Schandfleck mit massiven Auswirkungen auf die Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung haben, versuchen wir auch noch die restlichen schönen Flecken dieser einzigartigen Kulturlandschaft mit Windrädern zu zerstören.
Die Kernfrage muss also lauten: Wie können wir die Zukunft nachhaltig gestalten ohne bedeutsame Nachteile der Lebensqualität und des Lebensstandards hinnehmen zu müssen? Und wollen wir den sanften Tourismus? Diese beiden Fragen sind sicher eine Herausforderung für die Politik in den nächsten Jahren. Windräder sind zwar für die Betreiber ein gutes Geschäft, aber aufgrund der Beschaffenheit dieser Energiequelle kann die gewonnene Energie nur im Verbund mit anderen Energiequellen für eine kontinuierliche Energiebereitstellung genutzt werden. Die Speicherung der Energie aus Windkraftanlagen ist zudem schwer realisierbar, daher ist eine Koppelung mit konventionellen Energiequellen notwendig. Der Strom aus Windkraftanlagen wurde mit Steuergelder subventioniert und lief dann oft unter dem Etikett “Ökoenergieförderung“.
Es gibt viel versprechende Alternativen wie die Solarenergie, Photovoltaik, Holz, Stroh, Kleinwasserkraftwerke, etc. die mit entsprechenden Förderungen durchaus Zukunft haben und hätten. Aber auch kleine Windräder für Betriebe oder Einfamilienhäuser wäre eine diskussionswürdige Alternative.
Bild-Quelle: ORF Burgenland 20.6.12 Bei einem Windrad brach ein Rotorblatt ab.
Presseaussendung:
Mag. Thomas Galos
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