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Wieviele Windkraftanlagen ersetzen ein Kernkraftwerk?

Auf den ersten Blick scheint die Rechnung ganz einfach. Die angesprochenen Typen, z.B. Enercon E101, kann eine Leistung von 3 Megawatt erbringen. Ein mittleres Kernkraftwerk leistet 1300 Megawatt. Nach dieser Rechnung könnten 430 moderne Windräder ein AKW ersetzen.

Und wie alle Maschinen erreichen auch reale Windkraftanlagen das theoretische Maximum nicht. Aerodynamische Verluste ergeben sich durch Luftreibung an den Blättern, durch Wirbelschleppen an den Blattspitzen und durch Drall im Nachlauf des Rotors. Bei modernen Anlagen reduzieren diese Verluste den Leistungsbeiwert auf 0,4 bis 0,5.
Quelle: Wikipedia

Nehmen wir also konkrete Zahlen für 2009 (D).

Die Stromproduktion aus Kernkraft im Jahr 2009: 135 Milliarden Kilowattstunden. Macht bei 17 AKW eine durchschnittliche Stromproduktion von 7,9 Milliarden Kilowattstunden pro Kraftwerk. Erzeugter Strom durch die 21.000 Windkraftanlagen andererseits: 38,6 Milliarden Kilowattstunden.

Um den Strom eines einzelnen AKW durch Windräder zu ersetzen, wären folglich
knapp 4400 durchschnittlich große Windräder nötig!

Ferner angenommen, diese Windräder würden zu einem einzigen großen Windpark zusammengestellt und die einzelnen Räder würden den nötigen Mindestabstand vom drei- bis fünffachen Rotordurchmesser einhalten, dann kämen bei durchschnittlich 70 Meter Rotordurchmesser eine Fläche von 322 Quadratkilometer zusammen. Der Windpark, der ein AKW ersetzen könnte, hätte etwa die Fläche des Bundeslandes Bremen. Alle 17 Kernkraftwerke zusammen durch einen Windpark zu ersetzen würde demnach theoretisch die doppelte Fläche des Saarlands in Anspruch nehmen.

von Axel Weiß,  5. April 2011 13:51 Uhr
Axel Weiß ist Umweltredakteur beim SWR und beantwortet gemeinsam mit Werner Eckert Fragen rund um die Atomkatastrophe von Fukushima.

http://blog.tagesschau.de/2011/04/05/wieviele-windrader-sind-notig-um-ein-kernkraftwerk-zu-ersetzen/

Und für uns Österreicher: Dann hätte der Windpark, der ein mittleres AKW ersetzen könnte, also (ganz) grob die Fläche von ganz Wien ohne Flüsse (und natürlich ohne Bauten)

Und nachdem die Windkraftanlagen leider nicht konstant Strom liefern, müssten zusätzliche Kraftwerke einspringen. D. h. die Gefahr eines AKWs ist zwar (offensichtlich) gebannt, dafür ist dann der CO2 Ausstoß wieder ein Thema.