Wirkung des Waldes?

Von den Wirkungen des Waldes…

von Arno Klien

2011 – Internationale Jahr des Waldes. Es richtet sich einige Aufmerksamkeit gerade auf den Hollabrunner Wald, den wir sozusagen „vor der Haustüre“ haben. Als Grüne Lunge des Weinviertels ist er sehr gut erkennbar, wenn man ihn aus der Vogelperspektive betrachtet. Als Hollabrunner Wald bezeichnen wir jenes Areal, das von den Schottern der Urdonau, die in den Pannonen See gemündet ist -  wesentlich gestaltet worden ist; die Geologen nennen dieses Gebiet die Hollabrunn-Mistelbach-Formation. Es umfasst im engeren Sinne das Gebiet im Osten bis zum Waldteich, samt dem schönen oberen Göllersbachtal und im Süden über Göllersdorf-Porrau-Füllersdorf bis Großmugl.
Wald ist für uns jedoch mehr als nur die Vielfalt an Bäumen, Sträuchern und seiner Lebewesen. Gerade deshalb lohnt es sich, nicht nur seinen wirtschaftlichen Nutzen zu hinterfragen, sondern auch die ihm innewohnenden Werte zu erforschen.
Dieser Eichenmischwald bietet in seiner Fülle für jeden etwas, man muss sich nur die Mühe machen, ihn zu durchwandern, ohne Musikstöpseln in den Ohren zu durchlaufen.
Für Insider ist die geringe Forschungsdichte auffallend, haben wir doch ein Stück Natur pur vor uns!
Oft schon beschrieben sind die zahlreichen Vogelarten wie Bunt-, Grün-, Mittel- und Schwarzspecht, Mäusebussard, Eule, Kauz – ja sogar der Wespenbussard kommt zu seinen angestammten Brutplätzen aus Afrika hierher, ähnlich wie die bunten Bienenfresser. Dem Sperber konnten sogar an die 70 Beutetiere nachgewiesen werden und er steht somit für die Vielfalt in unserer Landschaft. Oft jagt er am Waldrand und in den angrenzenden offenen Gebieten. Dazu kommt die Vielzahl an Insekten, Käfern und Schmetterlingen, aber auch die sehr verdeckt lebende Schlingnatter wird immer öfter erkannt. Es dürfte auch die Wildkatze, welche eine andere DNA als die Hauskatze aufweist, hier vorkommen.
Dem sensiblen Waldrand als Grenz übergreifendes Biotop zu den Offenlandschaften kommt dabei große Bedeutung zu.

In letzter Zeit fällt auf, dass viele Gruppierungen Wanderungen in diesen Wald organisieren; es sollten Förster und Jäger darüber informiert werden.
Dabei steht nicht unbedingt der sportliche Anreiz im Vordergrund. So geht  es etwa um das Erkennen von Vogelstimmen, Klima- und Umweltveränderungen, geologische Belange – oder einfach um das Interesse an der Natur, wenn sogar Kinder von Ferienlagern kommen.

Es wandern aber auch Leute aus anderen Motiven:

Hospiz-Trauerbegleitung, Herzkranke, Behinderte Menschen. Nach Schicksalsschlägen, Beziehungsproblemen, bei depressiven Gefühlen kann der Wald in seiner „Einsamkeit und Stille“ – doch mit seinen zahlreichen Geräuschen und Tönen zum einzigartigen Kraftplatz werden, wenn man innehält. Die heilsame Wirkung von Grünräumen rückt auch zunehmend in den Mittelpunkt wissenschaftlicher Forschungen. Natürliches Grün ist ein wesentliches und kostengünstiges Element in der Gesundheitsvorsorge und Psychohygiene. 
Blätter, Blüten und Kräuter sind wert, betrachtet zu werden. Achtsamkeit eröffnet eine eigene Sphäre und wenn man gar mit einer Lupe in den Mikrokosmos versucht ein zu dringen, dem erschließt sich eine wunderbare Welt.

veröffentlicht in den Bezirksnachrichten Wein- und Waldviertel Nr.0038, Jg.18, Juni 2011, S.7,

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